Und jährlich grüßt das Murmeltier …

Letztes Jahr entschied der Bauausschuss einstimmig und zeitlich unbefristet gegen jegliche Erteilung von Baurecht auf das Areal am Riedener Weg. Jetzt steht das Thema doch wieder auf der Tagesordnung.

Der TSV visiert anscheinend einen „Deal“ mit der Re-Sponsibility GmbH an. Am Donnerstag, 21.9.2017, wird im Bauausschuss über eine „informelle Anfrage“ diskutiert: Eine etwas geringere Bebauung und dafür drei Tennisplätze sind geplant. Der TSV kauft bei diesem Modell einen Teil des Grundstücks (ca. 3400 qm) zurück. Im Gegenzug soll die Stadt dem Investor Herrn Ullmann Baurecht auf dem ihm verbleibenden Grundstück erteilen.

Es gibt vor der öffentlichen Sitzung eine Ortsbegehung am Riedener Weg 54: 21.9. um 18.20 Uhr – Treffpunkt Zufahrt Tennisplätze. Um 19 Uhr startet dann die öffentliche Sitzung des Bausschusses im kleinen Saal der Schlossberghalle.

Hier der Text aus der Tagesordnung:

„Informelle Anfrage zur Aufstellung eines Bebauungsplans für die Grundstücke Fl. Nrn. 942, 942/1, 942/2 und 942/5, Gemarkung Starnberg, östlich des Riedener Wegs
– Ortsbesichtigung –

Nachdem der neue Grundstückseigentümer die auf seinem Grundstück befindlichen fünf Tennisplätze geschlossen bzw. abgebaut hat, die Nutzung der Zufahrt derzeit nur geduldet wird, kann der Tennissport auf den verbleibenden vier vereinseigenen Plätzen nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Vor diesem Hintergrund wurde zwischen dem TSV Starnberg und dem neuen Grundstückseigentümer ein tragfähiges Nutzungskonzept abgestimmt.

Vorgesehen ist, dass eine Teilfläche durch den Verein erworben wird und darauf drei Tennisplätze sowie Stellplätze errichtet werden können, wenn im Gegenzug die Restfläche einer Wohnbebauung (10-12 Wohnhäuser) zugeführt wird. Ein früherer Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans für eine Wohnsiedlung wurde vom Bauausschuss in der Sitzung am 30.06.2016 abgelehnt.“

Hier geht’s zur vollständigen Tagesordnung

Betreten der „Baustelle“ verboten

Tennis"baustelle" am Riedener Weg

„Betreten der Baustelle verboten“: Seit Anfang September läuft ein Bauzaun mitten durch das Tennisareal am Riedener Weg. Der Investor Michael Ullmann, geschäftsführender Gesellschafter der „RE-sponsibility GmbH“, hat die fünf Tennisplätze samt Parkplätzen, die sich auf dem von ihm erworbenen Grundstück befinden, durch einen Bauzaun vom Rest der Tennisanlage abgetrennt. Netze, Platzmarkierungen und Sitzbänke wurden abgebaut – ein recht trostloser Anblick, nicht nur für die vielen aktiven Tennisspieler des TSV Starnberg, sondern auch für die zahlreichen Wanderer, Gassigeher und Radfahrer im Riedener Weg.

Ullmann hatte 2015 die etwa 10 000 Quadratmeter große Fläche von der Bayerischen Hausbau GmbH erworben. Am 30. Juni 2016 hatte der Starnberger Bauausschuss seinen „Antrag zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans“ für insgesamt vier Grundstücke am Riedener Weg einstimmig abgelehnt. Trotz dieser klaren Absage der Stadträte macht sich Ullmann offensichtlich weiter Hoffnungen: Er will laut Starnberger SZ „seine Bauentwicklungsspläne keinesfalls aufgeben“ (ähnlich der Starnberger Merkur). Auch die Website der „Re-Sponsibility GmbH“ zeigt – neben dem abgeschlossenen Projekt „Waldschmidtpark“ (= acht Doppelhaushälften zu einem Preis von je 1.450.000 Euro pro Doppelhaushälfte  direkt an der Hanfelder Straße) – weiterhin „Garten Rieden“ als Projekt „in Entwicklung“.

Sehr traurig, finden wir: Der Immobilieninvestor Michael Ullmann lässt das Areal wohl lieber brach liegen, als es, sei es auch nur temporär, weiterhin an die Tennissparte des TSV zu verpachten. Da passt der Kommentar eines TSV-Mitglieds im Anschluss an die Mitgliederversammlung: „Das ist wie bei einem Kindergartenkind – wenn ich die Schaufel nicht haben darf, dann darf sie niemand haben.“

Die Artikel im Überblick:

Artikel im Starnberger Merkur vom 4. Oktober 2016

Artikel in der Starnberger SZ vom 19. September 2016

Artikel im Kreisbogen (Seite 3)

 

Gute Nachricht aus dem Bauausschuss!!

Beschluss über Top3: Der Antrag wurde abgelehnt!

Das Beste vorweg:

„Der Antrag … wird nicht weiterverfolgt, da die betreffende Fläche … ,sondern vielmehr als freizuhaltende Grünfläche identifiziert wird.“ Das sind die wichtigen Punkte des Beschlusses, den die Mitglieder des Bauausschuss fassten.

Die Mitglieder des Bauausschusses lehnten den Antrag einstimmig ab. Sie sprachen sich mit klaren Worten für den Erhalt der Grün- und Waldflächen aus (ohne dabei das drängende Thema des Wohnungsmangels aus den Augen zu verlieren, wie ich finde).

Es waren viele Zuschauer aller Altersgruppen gekommen, vor allem wohl wegen Top3, der Entscheidung über die Bebauung im Riedener Weg
Es waren viele Zuschauer aller Altersgruppen gekommen, vor allem wohl wegen Top3, der Entscheidung über die Bebauung im Riedener Weg
Da anscheinend der Großteil der Zuschauer wegen Top3 gekommen waren, wurde dieser Punkt vorgezogen. So mussten wir dankenswerterweise nicht allzu lange warten, sondern konnten gleich gespannt der Diskussion folgen.
Da anscheinend der Großteil der Zuschauer wegen Top3 gekommen waren, wurde dieser Punkt vorgezogen. So mussten wir dankenswerterweise nicht allzu lange warten, sondern konnten gleich gespannt der Diskussion folgen.
Am Ende der Beratungsrunde fällten die Mitglieder des Bauausschusses eine einstimmige Entscheidung gegen den Antrag.
Am Ende der Beratungsrunde fällten die Mitglieder des Bauausschusses eine einstimmige Entscheidung gegen den Antrag.
Die Erleichterung war bei den anwesenden Nachbarn und Tennisfans groß!
Die Erleichterung war bei den anwesenden Nachbarn und Tennisfans groß!

540 Unterschriften und Online-Stimmen in zwei Tagen

540 Unterschriften in zwei Tagen

Wow, was für ein Engagement! Fleißige Nachbarn aller Altersgruppen haben online und offline 543 Unterschriften bzw. Online-Zustimmungen innerhalb von gut zwei Tagen gesammelt [Edit 1.6.: Inzwischen sind noch viele weitere Unterstützer-Mails eingetrudelt, die wir aber gestern zur Übergabe nicht mehr berücksichtigen konnten – dennoch vielen Dank]! Heute haben wir vor der Sitzung des Bauausschusses der Bürgermeisterin die Listen übergeben. Hinzu kamen zahlreiche Briefe und E-Mails, die vor der Sitzung an den Stadtrat bzw. die Mitglieder des Bauausschusses gingen.

Alle fleißigen Unterschriften-Sammler, alle Unterschreibenden und E-Mail-Schreiber, alle, die Briefe geschrieben haben – klopft Euch auf die Schulter – Ihr habt einen Riesenbeitrag geleistet!

Übergabe von 540 Unterschriften an die Bürgermeisterin
Übergabe von 540 Unterschriften an die Bürgermeisterin

Spontanes Nachbarschaftstreffen

Heute Nachmittag haben wir uns am Riedener Weg getroffen. Der Starnberger Merkur hatte um einen spontanen Fototermin gebeten. Drei Stunden später waren ca. 25 Leute da. Eine bunt gemischte Runde, Kinder auf Skates, Mütter, Rentner, Berufstätige, die sich kurzfristig freigeschaufelt hatten. Allen war es wichtig Flagge zu zeigen.

Ganz nebenbei gab es dann auch noch Unterschriften von einem wandernden Münchner Ehepaar, das nach Gut Rieden unterwegs war. „Des geht ja gar net!“, war ihr spontaner Kommentar als sie die Pläne sahen. Danke Elvi und Walter für Ihre Unterstützung!

Schnell raus, Fotos machen

Riedener Weg, Blick auf das Buchenwäldchen

Gestern sind wir rausgegangen und haben Fotos vor Ort gemacht. Einmal mehr ist uns aufgefallen, wie schön der Riedener Weg ist! Alte Buchen links und rechts, die Sonne schimmert durchs Laub. Und hier gibt es etwas, das sonst rar geworden ist: fremde Menschen, die einander auf dem Weg grüßen!